1923 in die USA emigriert, seit 1929 US-amerikanischer Staatsbürger, lebt in Portland/Washington
Studium:
1919-22 Università di Roma, Bauingenieurwesen;
1922 Cornell University, Ithaka/N.Y.
1923-25 Arbeit in einer Mine in Kellogg/Idaho; 1925-27 technischer Zeichner im Architekturbüro A. E. Doyle in Portland/Oregon;
1927-42 leitender Architekt;
ab 1932 Teilhaber von A.E. Doyle and Associates; 1943-50 eigenes Architekturbüro in Portland (wurde von der Architektengemeinschaft Skidmore, Owings and Merrill aufgekauft).
Lehrtätigkeit:
1951-65 Dekan der School of Architecture and Planning, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge;
1965 Consulting Professor of Architecture, University of Oregon, Eugene;
1966 Thomas Jefferson Professor of Architecture, University of Virginia, Charlottesville.
Seit 1965 Architekturbüro in Boston/Massachusetts und Portland.
Mitglied des AIA.
Belluschi ist einer der energischsten und wichtigsten Verfechter der modernen Richtung in der US-amerikanischen Architektur. Nach seiner Überzeugung ist die Architektur von funktionellen Bedürfnissen abzuleiten. Dennoch sind für ihn Konstruktion und Funktion nicht das endgültige Ziel. Vielmehr sollen sie im Dienste einer höheren ästhetischen Ordnung stehen, die sich aus jedem einzelnen Bauprojekt ergibt. Deswegen lehnt Belluschi vorgefaßte ästhetische Theorien und damit die auf äußere Effekte konzentrierten Trends der zeitgenössischen Architektur ab. 1972 wurde er für diesen orthodoxen Modernismus mit der höchsten Auszeichnung für US-amerikanische Architekten geehrt. Bereits mit seinem ersten größeren Auftrag (die beiden neuen Flügel des Portland Art Museum, 1931-32, 1937-38) erteilte er der sonst üblichen historisierenden Architektur eine klare Absage. In den 30er Jahren setzte er die Philosophie und einen Teil der Formensprache der organischen Architektur von Frank Lloyd Wright in kleineren Privathäusern um. Dabei wurde er auch von der volkstümlichen Architektur in Oregon geleitet: dominierende Verwendung von Holz, horizontale Ausbreitung und sanft geneigte Dächer. Er war dabei der führende Vertreter des Pacific Northwest Regionalism. In den 40er Jahren entwickelte die Kriegsindustrie neue Techniken, Materialien und Konstruktionsmethoden. Für Belluschi war die Auseinandersetzung mit diesen Neuerungen wichtig und notwendig. Beim Bau des Equitable Building, dem Bürogebäude einer Versicherung in Portland/Oregon, wandte er sie 1945-48 erstmals in vielbeachteter Weise an: Er baute nach dem 2. Weltkrieg das erste Hochhaus mit einer Vorhangfassade aus Glas und Aluminium in den USA. Dieser neue Hochhaustypus setzte die Ideen von Mies van der Rohe zu gläsernen Turmprojekten aus den 20er Jahren in die Realität um und prägte in den folgenden 20 Jahren die US-amerikanischen Innenstädte. Ein dritter wichtiger Bereich in Belluschis Werk sind die römisch-katholischen Kirchenbauten. Nach den anfangs zurückhaltenden Holzkirchen wird die St. Mary's Cathedral, 1962-71 in San Francisco erbaut, zu einem weiteren Markstein seines Schaffens. Der Zentralbau aus vier dünnen, gebogenen Betonschalen steht im Geist der neuen römisch-katholischen Liturgie, die die Unterordnung des Gemeinderaumes zum Altarraum aufgehoben hatte. Diesem Einheitsraum gegenüber steht das komplexe Gebäude der Juilliard School am Lincoln Center in New York. Es zeichnet sich durch eine gelungene Synthese vielfältigster Räumlichkeiten aus. Belluschi verwirklichte auch zahlreiche Projekte im Ausland, vor allem in Brasilien.







| Zeitraum | Name | Typ |
|---|---|---|
| ab 1936 | American Institute of Architects | Mitglied |
| ab 1948 | American Institute of Architects | Fellow |
| Jahr | Beschreibung | Bereich | Stufe |
|---|---|---|---|
| 1972 | Goldmedaille des American Institute of Architects |

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