Mexikaner, Ausbildung als Ingenieur, danach Reisen nach Spanien und Frankreich, wo er die Bücher von Ferdinand Bac, einem französischen Maler und Landschaftsarchitekten entdeckt, den er 1931 auch persönlich kennenlernt. Durch ihn und durch die Maurische Baukunst wird für Barragán der Garten zu einem Ort der Freude, des Nachdenkens und des Träumens. Beeindruckt von Le Corbusier und dem Internationalen Stil, sowie von der einfachen ländlichen Architektur seiner Heimat, baut er, vorwiegend in seinem Geburtsort Guadalajara und in Mexiko, D.F., in den 30er Jahren Villen und Appartmenthäuser. Durch die Freundschaft mit dem aus Danzig stammenden Bildhauer Mathias Goeritz und mit Rosa und Miguel Covarrubias findet Barragán um 1940 zu einem eigenen persönlichen Stil, der alte Traditionen seines Landes auf sehr moderne Weise wiederaufnimmt. 1940 gestaltet Barragán vier geschlossene Privatgärten, 1944 drei weitere, die später zu dem riesigen, von Mauern umgebenen Felsenareal des »Parque Residencial Jardines del Pedregal de San Angel« am Rande von Mexiko, D.F., gehören werden, dessen Gesamtgestaltung von 1945-50 in seinen Händen liegt und in dem dann jene Luxusvillen gebaut werden, die die Lehren des Barcelona-Pavillons von Mies van der Rohe beherzigen und wirkungsvoll ins Mexikanische transponieren. Das eigene Haus baut Barragán 1947 in Tacubaya, Mexiko, D.F., mit einem Patio, dessen Mauern so hoch sind, daß sie nur den Blick auf den Himmel freigeben, mit Treppen ohne Geländer als architektonisches Motiv. Franziskanische Einfachheit und Verbundenheit mit der Natur zeigt die von goldenem Licht erfüllte Kapelle für die Capuchinas Sacramentarias del Purísimo Corazón de Maria, Tlalpan, Mexiko, D.F. (1952-55); denselben Geist zeigen aber auch jene Gehöfte und Anlagen für Reiter und Zuchtpferde, die Barragáns Ruf begründeten. Einfache, verputzte Mauern, durch eine sehr durchdachte intensive Farbigkeit eindrucksvoll gesteigert, verbinden sich mit Wasser und Vegetation zu Abfolgen lichtdurchfluteter und doch in sich geschlossener Räume: Las Arboledas (1958-61), Los Clubes (1963-64) und dessen Eingangstor (1968-69), das dazugehörige San Cristobal (1967-68, in Zusammenarbeit mit Andrés Casillas). Am bekanntesten wurde Barragán durch die 1957 in Zusammenarbeit mit Mathias Goeritz entstandenen fünf dreieckigen Türme an der Autobahn zur nördlichen Satellitenstadt von Mexiko City.



| Jahr | Beschreibung | Bereich | Stufe |
|---|---|---|---|
| 1980 | Pritzker Preis |


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