Italienischer Architekt, Szenograf, Maler, Zeichner und Grafiker.
Beschreibung
Biografie
Biografie
Studium: Universität Padua; Accademia di Brera Mailand; Politecnico ebd. (1908 Diplom als Architekt). Erwirbt die nötige Praxis im Atelier seines Vaters sowie in Mailand bei den Architekten Luigi Broggi und Cesare Nava. Geht 1911 nach Verona (das er bis auf kurze Unterbrechungen kaum noch verlassen wird) und arbeitet bis 1913 für die lokale Sovrintendenza ai Monumenti. 1913 entwirft er zusammen mit Broggi und Nava den Mailänder Sitz der Banca d'Italia in der Via Cardusio und unterzeichnet die Pläne zur Restaurierung des Domes in Verona (1927 realisiert). Nimmt 1913 zusammen mit Giovanni Greppi am Wettbewerb um den neuen Sitz der Sparkasse in Verona (Piazza delle Erbe) teil (3.Platz). Gleichzeitig liefert er einige Entwürfe zu Grabmälern auf dem Cimitero mon. in Verona (»Grabmal Wallner«, 1912). 1919 steht Fagiuoli unter Einfluß der Secessionisten in Wien und von Antonio Sant'Elia und entwirft in Turin die FIAT-Garagen, die vor ihrer späteren Verunstaltung zu den gelungensten Beispielen moderner früher Industriearchitektur gehörten. 1924 rekonstruiert Fagiuoli in Verona unter Berücksichtigung sowohl städtebaulicher als auch architektonischer Aspekte das alte Ghetto mit Synagoge und Areal des Teatro Filarmonico (für das Teatro entwirft er auch die Fassade). 1925-28 projektiert er den Ponte della Vittoria, 1922-26, angeregt durch klassizistische Vorbilder, das neue Postgebäude (1930 realisiert). Für Vicenza liefert Fagiuoli 1926-28 die Entwürfe zur Erweiterung der Loggia del Capitano auf der Piazza dei Signori, wobei er in mehreren (nicht ausgeführten) Vorschlägen auf Renaissance-Modelle zurückgreift. In Padua rekonstruiert Fagiuoli 1934 die Università del Bo. In Pisa liefert er 1928 Vorschläge zur Restaurierung einer Brücke über den Arno; in Trient entwirft er das Monument »Cesare Battisti« (1926-30, 1935 enthüllt) und in Prag ein Ossarium für die italienischen Gefallenen des 1. Weltkriegs (1935, nicht ausgeführt). Ferner projektiert Fagiuoli zahlreiche herrschaftliche (häufig nicht erhalten) Villen im Veneto und in Rom. Zu seinen originellsten Arbeiten zählt die zusammen mit (dem gleichzeitigen Besitzer) A. Invernizzi und R. Capacchi entworfene »Il Girasole« genannte Villa in Marcellise/Verona (1935 vollendet), mit einem (dem Lauf der Sonne folgenden) beweglichen Teil, die sich an Futurismus und Bauhaus orientiert. Nach 1945 restauriert Fagiuoli mehrere kriegszerstörte Bauten: den Ponte alla Carraia in Florenz (1949); in Verona die Via Anfiteatro, das Teatro Filarmonico (1948) und den (1925 von ihm selbst entworfenen) Ponte della Vittoria (1951). Neben seiner Arbeit als Architekt widmet sich Fagiuoli von Jugend an der Malerei und Graphik. Nach dem 1. Weltkrieg aquarelliert er einige römische Veduten (1919 in Verona ausgestellt). Als Stecher und Radierer stellt Fagiuoli anfangs (ab 1911) bevorzugt Denkmäler und Bauten des Veneto dar, während des 1. Weltkriegs (als Militäringenieur) römische Bauten und während des 2. Weltkriegs (als er in Genua lebt) Stadtwinkel des alten Genua. Entwirft auch Inneneinrichtungen, wovon jedoch nur noch Fotos und Originalentwürfe in Parma zeugen, wo auch seine jugendlichen Entwürfe zu Festwagen erhalten sind. Als Bühnenbildner arbeitet Fagiuoli fast ausschließlich für das Teatro di Arena in Verona: regelmäßig ab 1913 (als die Arena mit »Aida« eingeweiht wurde) bis 1939 und sporadisch bis 1958. Durch die Gründung des Ente Autonomo per gli spettatori lirici dell'Arena (1934) intensiviert Fagiuoli seine Arbeit für die Bühne noch (bis 1939) und liefert Arbeiten von bisweilen banaler Großartigkeit und Monumentalität, wie sie dem faschistischen Geschmack entsprechen. Einige Aquarelle der römischen Schaffensperiode und zwei Radierungen waren 1971 in der Ausstellung Verona anni Venti zu sehen. Sämtliche Radierungen und ein Großteil der Bühnenbildentwürfe von Fagiuoli wurden 1984 in Verona auf einer monografischen Ausstellung gezeigt.
LONIGO, Piazza Garibaldi: Denkmal für die Gefallenen. PARMA, Centro Studi della Comunicazione dell'Università: Zeichnungen, Graphik. VERONA: Pal. della Posta, 1930. - Teatro di Arena, Arch.: Entwürfe zu Bühnenbildern.
Das Pinboard dient ausschließlich zur Mitteilung von Fehlerhinweisen, Korrekturen und ergänzenden Informationen zu diesem Eintrag. Bitte beachten Sie die Benutzungsrichtlinien.