Hans Poelzig studierte an der Technischen Hochschule in Berlin, erhielt 1899 eine Stellung beim preußischen Staatsbauamt, wurde im Jahr darauf an der Kunstgewerbeschule in Breslau Professor für Architektur und 1903 Leiter dieser Schule. Poelzig blieb hier bis 1916, wurde dann als Stadtarchitekt nach Dresden gerufen (bis 1920), erhielt einen Ruf als Professor für Architektur an die Technische Hochschule und an die Akademie der Bildenden Künste in Berlin. 1936 nahm er einen Lehrstuhl in Ankara an, doch starb er noch vor der Emigration. Sein erstes bedeutendes Werk war der Wasserturm in Posen, den er 1911 als Pavillon einer Bergbauausstellung errichtete. Zwischen Stahlrahmen sind Füllwände aus Backstein gesetzt; im Innern sind die Details aus nacktem Eisen. 1911-12 schuf er in Breslau einen Verwaltungsbau mit horizontalen Fensterbändern, die auch um die abgerundeten Ecken herumgeführt wurden - ein Motiv, das in den 20er und 30er Jahren sehr beliebt war - und in Luban einen Fabrikbau, der in seinem architektonischen Ernst und in der Anordnung kubischer Elemente genauso avantgardistisch war. Während des Ersten Weltkriegs und kurz danach gehörte Poelzig zu den genialsten Architekten des Expressionismus. Er bevorzugte stalaktitenartige und orgelpfeifenähnliche Gebilde, wie bei dem Haus der Freundschaft in Istanbul (1916), den Entwürfen für ein Rathaus in Dresden (1917) und für das Festspielhaus in Salzburg (1920). Zur Ausführung kam der Umbau des Zirkus Schumann in Max Reinhardts Großes Schauspielhaus in Berlin (1918-19) mit expressiven Stalaktitengewölben, Korridoren und Foyer. Poelzigs Spätwerke sind mehr einem konventionell-modernen Stil verpflichtet: das riesige Verwaltungsgebäude der IG Farben in Frankfurt am Main (1928-31) und das Haus des Rundfunks in Berlin (1929).












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1923 präsentierte das Staatliche Bauhaus Weimar auf Druck der damaligen Landesregierung eine Leistungsschau seiner Arbeiten in der inzwischen legendären Bauhaus-Ausstellung. Gezeigt wurden Arbeiten aus den We…

Der Berliner Architekt Eike Becker tritt in die Fußstapfen von Hans Poelzig – zumindest was den Bauplatz angeht: Auf dem Grundstück des 1988 abgerissenen Friedrichstadtpalastes entsteht nach Beckers Entwurf ein zehng…

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