| Zeitraum | Beschreibung |
|---|---|
| 1553 | Glockenturm |
| 1666–1684 | Planungs-/Bauabschnitt |
Nachdem der Stadtrat 1665 den Bau eines neuen Rathauses beschlossen hatte, erhielt im folgenden Jahr der Bildhauer François Royers de La Valfenière den Auftrag. Die nach seinem Tod durch den einheimischen Maler Jacques Peyret gefertigten Entwurfszeichnungen wurden 1675 durch den in Arles anwesenden Jules Hardouin-Mansart überprüft und durch neue Pläne ersetzt. Sein 1684 in der Pariser Bauakademie vorgetragener Bericht lässt auf eine bis dahin erfolgte Vollendung des Baus schließen.
Das Rathaus schließt den vor der Kathedrale Saint-Trophime gelegenen Place d'Armes (heute Place de la République) nach Norden ab. In seinem Fassadenaufbau orientiert sich der dreigeschossige Bau an den von Louis Le Vau gestalteten Bauten in Versailles. Das Erdgeschoss ist durch rustizierte Quader als Sockelzone artikuliert. Die exakten Lagerfugen brechen an den Keilsteinen der rundbogigen Fensteröffnungen radial um. Die pfeilerartig vortretenden Wandbereich fungieren als Postament für die Wandvorlagen des Hauptgeschosses. Dessen Gliederung durch korinthische Doppelpilaster erfährt in der Mitte eine plastische Verdichtung. So wird die als Zugang zu einem kleinen Balkon dienende Öffnung durch Paare korinthischer Vollsäulen flankiert. Die Rhythmisierung durch Doppelpilaster wird auch im oberen Geschoss aufgenommen, wo die risalitartig vortretende Fassadenmitte von einem flachen Dreiecksgiebel bekrönt wird. Umlaufende und verkröpfte Gesimse sowie die Balustrade des Dachansatzes bewirken ein ausgewogenes Verhältnis von Horizontalen und Vertikalen. Zur plastischen Belebung der Fassade tragen auch die ornamentalen Reliefs der Fensterbekrönungen und das große Wappenrelief der Attika bei. Die in ihrer Gliederung ähnlich gestaltete Ostfassade inkorporiert den bereits 1553 errichteten Glockenturm, der mit einem quadratischen Freigeschoss und einer abschließenden Rotunde den Bau überragt. Deren Gliederung folgt dem antiken Theatermotiv: einer Pfeilerarkade ist eine Säulenkolonnade vorgelegt. Der Aufbau der beiden oberen Turmgeschosse erinnert ebenso an das sogenannte Juliermonument in Saint-Rémy-de-Provence wie die mit Blattziegeln gedeckte Kuppel.
Noch bedeutender als die Fassadengestaltung ist die Gewölbelösung der Erdgeschosshalle. Dort senden die paarweise zu Seiten der Portale und Treppenaufgänge aufgestellten Säulen Gurte aus, die in gekurvter Linienführung die flach geführten Gewölbe unterteilen. Als Beispiel perfekter Stereotonie fanden die Gewölbe des Arleser Rathauses in zahlreichen Architekturlehrbüchern des 18. Jahrhunderts Erwähnung.

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20. März 2008 14:34:18
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