| Zeitraum | Beschreibung |
|---|---|
| 1968–1975 | Gesamtplanungs- und Bauzeit |
Im Jahr 1968 wurde mit dem Bau des neuen Universitätskomplexes in Leipzig begonnen. Damit fiel der Baubeginn in Leipzig mit dem Beginn der dritten Hochschulreform in der DDR zusammen. Dadurch konnte die bauliche Konzeption gleich den inhaltlichen Aufgaben dieser Reform angepaßt werden. Das gesamte Gelände ist Ausdruck der Förderung der Wissenschaft in Leipzig. Die Anlage von 500.000 m³ Baumasse weist sechs Bereiche auf und schloß von Anfang an die Mehrzwecknutzung durch Messe und Kongresse ein.
Das 34-geschossige Universitätshochhaus wurde 1973 übergeben. Es ist 142,5 m hoch und weist eine Stärke der Außenwände von 400 mm bis zum 13. Obergeschoß und von 300 mm bis zum letzten Normalgeschoß auf. Die 20 m hohe Spitze ist in Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt. In 110 m Höhe befand sich ein Cafe und vier weitere Panoramalokale. Die Gebäudefom sollte an ein aufgeschlagenes Buch erinnern.
Der sehr stark gegliederte Baukörper im westlichen Bereich wirkt als Basiszone des Hochhauses. Die maximal sechsstöckigen Gebäude gruppieren sich um einen Innenhof (Seminargebäude, Universitätsbibliothek, Hörsaaltrakt). Im Durchgang zwischen Seminargebäude und Hörsaaltrakt fand 1981 das berühmte Schinkel-Portal eine würdige Einordnung in das architektonische Ensemble. Den Entwurf lieferte Karl Friedrich Schinkel, die Ausführung nahm der Bildhauer Ernst Rietschel vor. Das Portal wurde 1836 für den Eingang des Universitätsgebäudes geschaffen und ist das bedeutendste Denkmal klassizistischer Baukunst in Leipzig. Wiederaufgestellt wurde auch das Leibnitz-Denkmal, das 1883 auf dem Pauliner Hof der Universität errichtet worden ist. Die überlebensgroße Bronzefigur hatte der Dresdner Professor Ernst Hähnel modelliert und die Firma Lenz aus Nürnberg goß die Figur.
Das Bindeglied zwischen Seminar- und Hauptgebäude ist der 1973 übergebene zweigeschossige Mensatrakt. Im Erdgeschoß des Mensatrakts befindet sich die Universitätsbuchhandlung. Leider fiel der Neugestaltung der Westseite 1968 die wertvolle Paulinerkirche zum Opfer. In das architektonische Ensemble des Augustusplatzes fügt sich an der Südseite das in den Jahren 1977 bis 1981 errichtete Gewandhaus ein.
Das Gebäude wurde im Jahr 2001 durch Peter Kulka umgebaut. Es beherbergt jetzt den Klangkörper des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Neben einer neuen Fassadenverkleidung aus Steinplatten erhielt das Hochhaus einen quaderförmigen Anbau.
| Beschreibung | Menge/Größe |
|---|---|
| Höhe | 142,5 m |
| Geschosse | 34 |