| Zeitraum | Beschreibung |
|---|---|
| 829–1500 | Gesamtplanungs- und Bauzeit |
Der erste Bau wurde 829 bis 832 von den Partecipazio zu einem doppelten Zweck errichtet: Zur Beherbergung des Leichnams des heiligen Evangelisten Markus und zur Nutzung als Hofkapelle der Dogen, an deren neue Residenz er angrenzte (Charakter und Funktion San Marcos als Staatskirche sollten sich lange erhalten: erst 1807 wurde sie zur Bischofskirche). Der zweite, unter der Contarini-Regierung (1063-73) errichtete Bau hat die Apostelkirche in Konstantinopel aus dem 6. Jahrhundert zum Vorbild. Die architektonische Struktur basiert auf einem griechischen Kreuz, eingeschrieben in ein Quadrat; das Zentrum und die vier Arme sind mit großen Kuppeln überwölbt ‒ nach Mango ein Fall von »antiquarischem Eklektizismus«, der sich jedoch am neuesten Wissensstand der Zeit orientiert. Auch zur strahlenden Klarheit der großen Mosaiken und der Goldgründe in den Kuppeln bildet die byzantinische Kunst die Grundlage, die nach und nach mit Elementen verschiedener Herkunft angereichert wird, um mit diesen schließlich zu einer stilistischen Synthese zu verschmelzen. Mehr noch als im Innern ist dies erkennbar an den höchst erfindungsreichen Fassaden aus dem 12. und dem 15. Jahrhundert. Eine Art großer Galerie mit einer doppelten Bogen- und Nischenanordnung, unterbrochen von einer Ballustradenterrasse und gekrönt von gotischen Fialen, umschließt das Gebäude zur Piazza hin auf drei Seiten.