| Zeitraum | Beschreibung |
|---|---|
| ab 1455 | Gesamtplanungs- und Bauzeit |
Der unterhalb des Kapitols gelegene Palast wurde für den venezianischen Kardinal Pietro Barbo, den späteren Papst Paul II., begonnen. Hierbei wurde dessen Titelkirche San Marco in den Baukomplex miteinbezogen. Die architekturhistorische Bedeutung des Palazzo Venzia gründet sich weniger auf die eher nüchterne, mit dem abschließenden Zinnenkranz noch in mittelalterlicher Tradition stehende Fassadengestaltung des Hauptbaukörpers. Vielmehr zeigt die nach 1471 begonnene Hofloggia in der Übernahme der Außengliederung des Kolosseums eine der frühesten unmittelbaren Antikenrezeptionen der Renaissance. Das Abschlussgebälk des Flavischen Amphitheaters war bereits zuvor am Kranzgesims des als eigenständiger Baukörper gestalteten Gartenpalastes zitiert worden. Dieser so genannte Palazzetto Venezia war von 1910 bis 1913 anläßlich der Errichtung des Nationaldenkmals für Viktor Emanuel abgetragen und auf der gegenüberliegenden Seite mit geringen Veränderungen wieder aufgebaut worden. Seine Fassade öffnet sich durch zwei niedrige Arkadengeschosse, deren Rundbögen unten auf oktogonalen Pfeilern, oben auf ionischen Säulen ruhen.
